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Got Wood?

Vier Tage, vier Raummeter. Bei benötigten 20 RM pro Jahr bedeutet das, dass wir noch weitere zwei Wochen mit Sägen, Schleppen, Spalten und Stapeln beschäftigt sein werden, bis wir unseren Holzvorrat für übernächstes Jahr gesichert haben werden. Bereits jetzt schmerzen sämtliche involvierten Rücken und Armmuskeln, aber es bleibt uns ja nichts anderes übrig.

Doch warum alles auf einmal? Nun: wie die Kroki unmissverständlich andeuten, kommt der Frühling. Die Vögel lassen sich mittlerweile immer öfter paarweise beobachten und bald schon werden die ersten Nistkästen bezogen sein. Mit anderen Worten: Die Brutsaison geht los und da sind Waldarbeiten nicht sehr gerne gesehen (sprich: Verboten. Zurecht.) Die letzten Wochen hat es so viel geregnet wie schon lange nicht mehr, die Felder gleichen tweilweise noch Seenlandschaften und der Waldboden ist eher ein Sumpf, früher hätten wir mit den Arbeiten also auch nicht anfangen können.

20 Raummeter sachste?!

Wer zu hause einen Kaminofen zwecks Gemütlichkeit hat, mag mit 2-3 Raummetern Holz pro Jahr locker auskommen. Da Holz nun aber unsere einzige Wärmequelle im Winter ist, brauchen wir eine gut beladene Schubkarre davon pro Tag, jeden Tag. Das wären so um die Hundert Liter, also alle zehn Tage ein Raummeter. Nehmen wir an, dass wir während 5 Monaten im Jahr so heizen müssen wie aktuell und dann nochmal zwei Monate lang halb soviel, dann macht das gut und gerne 6 Mt * 30 d/Mt * 0.1 RM/d = 18 RM. Während der wärmeren Jahreszeit gibt's auch kalte Abende und den Feuerkorb will man vielleicht auch mal füttern, also legen wir nochmal 2 RM drauf.

Und wo kommt das alles her?

Direkt gegenüber von unserem Häuschen ist ein Wald. Der zuständige Bezirksförster war so gut, uns ein Stück davon auszuweisen, wo wir liegendes Holz einsammeln können. Das Stück beinhaltet eine sehr junge Eichenplantage, die gelegentlich ausgedünnt werden muss und einen großen, sumpfigen Bereich, wo schwerere Maschinen (oder auch nur Schubkarren!) keine Chance haben. Ausgerechnet dort hängen und liegen aber etliche 30-50 Jahre alte Eschen, welche die Stürme des letzten Jahres nicht überstanden haben. Diese haben wir in den letzten Tagen überwiegend un "handliche" Stücke zersägt und zu Fuß zur Holzhackstelle in den Garten getragen.
Außerdem haben wir nun das "Go" des Bauern, dem die Koppel neben unserem Grundstück gehört, auch dort am und auf dem Knick Holz wegzunehmen. Auch dort gibt es einiges an Sturmschaden zu beseitigen, also gut für uns.

Sonne!

Nachdem zwei Wochen lang kein Sonnenstrahl auf die Solarmodule gefallen war und der Notstromdiesel alle drei Tage einige Stunden lang lief, beschlossen wir, den Treibstofftank für den letztgenannten mal komplett aufzufüllen. 10 Tage ist es nun her, dass hier 605 Liter Heizöl angeliefert wurden. Seitdem scheint tagsüber die Sonne und der Akku ist abends voll genug. Man muss dem Klima nur konkret genug drohen, dann fügt sich auch das Wetter!