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Tschö mit ö, 2023

Das Jahr 2023 ist so gut wie zu Ende und man fragt sich schon, was sich eigentlich alles so ereignet hat, was man selbst erreicht hat. Mal abgesehen von den ganzen Wetterextremen, Pandemien, Kriegen und allem, was wir uns durch unsere Lebensweise der letzten Jahrhunderte und Jahrzehnte noch so zuzuschreiben haben; davon steht in den Nachrichten genug. Also was hat sich hier im Neutjenthal so alles ereignet, auf dem kleinen Fleckchen Erde, wo nur zwei Menschen und viel Getier lebt?

Einiges an Veränderung hat sich tatsächlich schon in den Jahren vor 2023 ereignet, aber seit der Pandemie ist Zeit irgendwie schwer zu fassen. Was sich aber dieses Jahr deutlich verändert hat ist, dass das Dorfleben hier wieder los geht und wir mehr und mehr daran teilnehmen. So konnten wir dieses Jahr zum ersten mal am Stafstedter Dorfflohmarkt teilnehmen und immerhin einen Teil von dem Krempel. der zu schade zum wegwerfen war, anderen Leuten zukommen lassen. Auch sonst fanden mehr Geburtstags- und andere Feiern statt, wo wir mehr und mehr Leute kennen lernen durften.

Wenn wir von nennenswerten Geburtstagen sprechen, so stand das Jahr 2023 im Zeichen von Bierzig 2.0 "Schleswig-Alkoholstein Edition", dem 40. Geburtstag von Will. Diese viertägige Feier mit vielen Freunden und Bekannten, die teilweise viele Hundert Kilometer Anreiseweg auf sich genommen hatten, wird uns lange in Erinnerung bleiben. Viele Menschen haben mit ihrer Hilfe zum Erfolg beigetragen, allen sei hiermit noch einmal gedankt!

Wo Bierzig schon Festival-artige Züge angenommen hatte, da durften wir uns kurze Zeit später nach langer Abstinenz endlich mal wieder auf ein richtig großes Festival freuen: Das Rock-Harz. Wir lagerten zum ersten Mal zusammen mit dem ITS uns verbrachten in den beiden Wochen rund ums Festival eine schöne Zeit mit unseren Solinger Freunden in einem Ferienhaus, um den schönen Harz zu erwandern. So gab es im Juli ordentlich Metal, Natur- und Kulturgeschichte zu genießen.

Auch im Wikingerhobby gab es einige neue Höhepunkte: Wir wurden zum ersten Mal zum Frühjahrsmarkt in Ribe eingeladen und durften erstmalig auf der Herbstmesse im Wikingermuseum Haithabu aufbauen. Während der Frühjahrsmarkt in Haithabu traditionell unser erster Markt im Jahr ist und man in erster Linie viele Bekannte aus der Region wieder sieht, ist der in Ribe nochmal deutlich internationaler und man trifft eine Menge Freunde aus ganz Europa in dem einzigartigen Ambiente.

Bei weitem nicht alle nennenswerten Höhepunkte dieses Jahr spielten sich woanders ab, denn auch zu Hause hat sich jede Menge geändert. So sind im Frühjahr die ersten Bienen bei uns eingezogen (siehe: "Honigunde") und im Laufe des Jahres eigneten wir uns insbesondere über die Armbruster Imkerschule ein solides imkerliches Grundwissen an. 90 Kilogramm Honig war der Lohn für die Arbeit und die eigene Sommertracht ist ein Geschmackserlebnis, welches wir bei keinem Supermarkthonig jemals gefunden haben. Nächstes Frühjahr wird ein zweites Bienenvolk in die bereit stehende Beute einziehen und die imkerliche Ausbildung wird weiter gehen.

Neben den Hoinigbienen sind dieses Jahr außerordentlich viele andere Hautflügler im Neutjenthal unterwegs gewesen: Wespen bauten fleißig Nester an der Carport-Decke (um von den später dort nistenden Schwalben vergrämt zu werden), in der Dämmung am Schlafzimmerfenster und unter einer Fußmatte, die etwas zu lang über dem Staketenzaun gehangen hatte. Auch Hornissen nisteten sich am Nebengebäude und in einer Regentonne ein. So ergab sich reichlich Naturschauspiel direkt vor unseren Augen, der Höhepunkt mag wohl der Wespen-Drohnenflug gewesen sein, der sowohl nach draußen als auch ins Haus (durch einen Spalt an der Fensterbank) stattfand.

Spalten bilden sich schon seit längerem an vielen Stellen im Haus, insbesondere in den Kalkmörtelfugen an den teilweise fast 200 Jahre alten Außenmauern. So hatten wir einiges zu tun mit Ausflexen und Neuverfugen, eine Arbeit die nur bei kühlem, aber nicht kaltem, feuchtem, aber nicht nassem Wetter durchgeführt werden sollte. Hier wartet 2024 noch jede Menge weiterer Arbeit auf uns.
Kein Vergleich zur Arbeit an den Außenmauern ist das Projekt "Badsanierung". Angefangen hat die Kernsanierung unseres kleinen Bades bereits Mitte Juni mit dem kompletten herausreißen sämtlicher Installationen, Decke, Boden und Wände. Das neue Bad wird dafür besser gedämmte Außenwände, eine deutlich größere und ebenerdige Duschkabine, neue Strom- und Wasserinstallation, eine Deckenheizung und mit Kalklehm verputzte Mauern und Decke bekommen. Ein enormer Aufwand (nicht nur finanziell), aber auch ein sehr lehrreiches Unterfangen.

Kurz vor Jahresende durfte auch eine neue Hexe ins Hexenhaus einziehen: die alte Küchenhexe hatte das Ende ihres Lebens erreicht und Mitte Dezember wurde sie endlich durch eine bereits im März bestellte ersetzt. Schon am ersten Tag durften wir feststellen, dass Kochen und Heizen nun bedeutend weniger Holz verbrauchen, was definitiv nicht auf die milden Temperaturen zum Jahresende zurückzuführen war.

Auch im Garten hat sich wieder einiges gewandelt. So ist der Gemüsegarten abermals gewachsen, im Vordergarten wurde Rasen und Rhododendron durch Wildblumen ersetzt und Diane pflanzte eine Reihe Flechtweiden, damit wir in einigen Jahren Material für eigene Körbe und dergleichen ernten können. Die Kartoffel- und Kohlernte blieb dieses Jahr hinter den Erwartungen zurück, dafür war 2023 das erste Jahr, in dem wir uns zu 100% mit Knoblauch selbst versorgen konnten. Die nächsten Jahre werden weiterhin eine ordentliche Aufwertung des Bodens durch noch mehr Kompost erfordern, auch die eine oder andere Frontladerschaufel Rindermist werden dabei behilflich sein dürfen.

Während hier mit Baumharz und Holzkohle die letzten bösen Geister ausgeräuchert werden, machen wir uns nun bereit für den Übergang in ein weiteres Jahr von hoffentlich noch vielen, die uns hier am Waldrand inmitten von Blümkes und Viecherkes aller Art vergönnt sein mögen.

Guten Flutsch.